Mitte September bis Anfang Oktober 2009 durfte ich in den Bergen
wandern, nachdem ich Ende April nach Schleswig-Holstein umgezogen
war. Aufgrund der Entfernung fuhren wir gemütlich in zwei Tagen zu unserem
Urlaubsziel.
Wir hatten in Glurns (907m), welches ein vollständig erhaltenes
mittelalterliches Städtchen mit Ringmauern und Ecktürmen ist, eine
Ferienwohnung gemietet.
Glurns eignet sich gut als Standort für Wanderungen im oberen Vinschgau,
im Martelltal sowie im Ortlergebiet.
Die Sonne
und das schöne Wetter hatten wir im Kofferraum aus Schleswig-Holstein
mitgebracht! |
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Wir fuhren mit dem Sessellift zur Plantapatsch Hütte (2113m). Während der Fahrt hockte ich cool auf Gitte's
Schoß
und schniefelte nach Wild. Von der Plantapatsch Hütte wanderten wir auf
einem schönen Höhenweg zum Gipfel des Watles (2555m). Eine herrliche
Aussicht belohnte uns.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Sulden am Ortler (1866m). Wir wollten
zur Düsseldorfer Hütte aufsteigen.
Ein Hubschrauber brachte uns von
diesen Plänen ab. Er kreiste in der Luft und das Geräusch der
rotierenden Flugblätter war sehr groß . Zudem schallte es mächtig von
den umliegenden hohen Felswänden.
Gitte und Herbert waren
sich nicht sicher, ob ich mich bei diesen Geräuschen auf dem
Sessellift ruhig verhalten würde. Das Risiko erschien ihnen zu groß. |
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Wir änderten unsere Pläne und stiegen zum
Rosimbodengletscher
(ca.
2700m) auf. Der Blick auf Königsspitze, Zebru und Ortler war
überwältigend (dem Hyperlink folgen und ein ähnliche Aufnahme mit Schnee
sehen). Diese Wanderung gefiel mir so gut, dass
ich wild über die Almböden rannte und mich wohlig im Gras wälzte.
Abends träumte ich davon und seufzte : jiff, jiff, jiff !
Die gute Fernsicht und das
Wetter ließen uns von Melag (1925 m) zur Weißkugelhütte (2542m)
wandern. Alle Menschen, die vor uns gingen, habe ich überholt. Für diese
Überholvorgänge musste
ich Herbert und Gitte ganz schön antreiben.
Bei guter Fernsicht
fuhren wir mit dem Auto bis Trafoi (1550m) und mit dem
Sessellift auf die Furkelhütte (2153m).
Die Fahrt dauerte 20 Minuten (!) und strapazierte meine Geduld.
Wir
wanderten den Trafoier Höhenweg, der bis auf
das Stilfser Joch (2758m) führt. Dieser Höhenweg gilt als der schönste und
aussichtsreichste in den Ortlerbergen. Ausblicke auf den Ortler, die Trafoier Eiswand
und die Madatschspitze bereicherten die Wanderung. Mit dem Fernglas konnten
Gitte und Herbert beobachten, wie die
"großen Bergsteiger" den Gipfel des Ortlers erklommen. Berg Heil !
Für Muskelkater blieb bei
diesem Wetter keine Zeit... Die Sonne überstrahlte die Landschaft.
Der Schnee glänzte und glitzerte in den Gipfelregionen.
Wir wanderten auf das Pederköpfli (2585m) im Martelltal. Einen Tag
später ging es von Sulden (1866m) zur Hintergrathütte (2661m) und über
die K 2 Hütte zurück nach Sulden.
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Nach sechsstündiger Wanderung und 800
Meter Auf- und Abstieg brauchte ich abends meine Ruhe und meinen Schlaf.

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Ein "Ausruhtag" (keine
große Wanderung) schaukelte mich im Auto über den Umbrail- und den
Gaviapass, Das Mittagessen nahmen Gitte und Herbert auf einer Terrasse
eines Restaurants in Tirano ein. Während
des Essens hupte und klingelte es plötzlich. Die Rhätische Eisenbahn nach St. Moritz
fuhr
an uns vorbei (mitten durch den Ort). Wir setzten unsere Rundreise über
den Bernina- und Ofenpass fort.
Das Wetter blieb mit einer
Änderung schön. Bei der morgendlichen Fahrt piepste das Auto und meldete
Raureif an. Das Thermometer zeigte 0 Grad. Im Martelltal wanderten wir in
Richtung der Casati Hütte. Wir staunten, wie sich dieses Gebiet in den
letzten Jahren verändert hatte. In den letzten Jahren waren viele von den
vormals unter Schutt begrabenen Gletscherblöcken frei gelegt worden. Gegen Talschluß gingen wir auf den Möränen
entlang zum Gletscher. Nach 1000 Höhenmetern suchten wir uns eine schöne
Picknickstelle in der Sonne, von der wir einen schönen Blick auf die
Zufallspitze und den Cevedale genossen.
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In diesem von der Sonne
verwöhnten Urlaub war ich morgens und abends so müde, dass ich trotz guten
Zuredens und einigen Brocken "Cesar" nur die gleiche Menge Fressen zu mir
nahm, wie zu Hause. Das dies bei solchen Wanderungen nicht ausreicht, ist
euch sicherlich klar. Gitte nahm nach einigen Tagen zusätzlich einen Teil
meines Futters im Rucksack mit, den ich mittags aß.
Kommentar Gitte: Diese zusätzlichen Brocken fraß Leo nur aus meiner Hand.
Sobald ich ihm die Brocken in seinen Napf tat, ließ er sie liegen.
Unglaublich, was wir uns gefallen ließen, um mit ihm zu wandern !
Bei 0 Grad stiegen wir
von Sulden über das Rosimtal zur Kanzel (2350 m) und weiter zur
Düsseldorfer Hütte (2727m) hinauf. Die Berglifte hatten inzwischen alle
geschlossen, die Hüttenwirte waren Gott sei Dank noch da. Wir konnten
daher geschützt an der Hauswand unser Mittagessen einnehmen. Ich hatte
gehörigen Hunger, schließlich war ich 900 Höhenmeter gestiegen.
Nach diesem Urlaub freute
ich mich, nach Hause zu fahren. In Schleswig-Holstein erwartete mich unser
neues Haus und eine Gegend, in der die Rehe in der Dämmerung über die
Strasse wandern.
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