Meraner Land 2003
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Wir fuhren zum Wandern nach
Südtirol. Bergurlaub, was sollte ich mir darunter vorstellen? Die Urlaubsfahrt,
erstmals ohne Zwischenübernachtung, dauerte zehn Stunden. Hoffentlich hatte sich
die anstrengende Fahrt gelohnt. Fröhlich und unternehmungslustig schaute ich mir
die Gegend an.
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In Dorf Tirol
bewohnten wir
eine Ferien-
wohnung, die Gitte und
Herbert schon kannten. Vor drei Jahren hatten sie dort mit meinem
Vorgänger, Rauhaardackel Raudi, Urlaub gemacht..
Vom Balkon konnte ich sehen,
was auf der Strasse passierte.
Täglich hielt ich mein Näschen durch die
Löcher im Balkongeländer.
Infos
über Dorf Tirol
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Der erste Wandertag führte mich über das Tiroler Kreuz
und den Longfallhof bis zum Mutkopf. 1000 Höhenmeter bewältigten
wir in ca. drei Stunden. Puh, war das anstrengend und aufregend. Beim
Gasthaus machten wir Pause.
Danach stiegen wir zum Hochmuter hinab und
fuhren mit einer Gondelseilbahn nach Dorf Tirol. (Meine erste
Seilbahnfahrt !)
Ich musste in eine schwankende Kabine einsteigen, die uns durch die
Luft schaukelte. Sicher wurde ich in Herberts Armen gehalten und
konnte mir bei der Abfahrt die
Umgebung ansehen.
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Kaum war das
geschafft, schaukelten und schleuderten wir mit dem Gästebus
durch die Strassen bis zu unserer Ferienwohnung. (Ich glaube, der
Busfahrer hatte zuviel Rotwein getrunken.)
Am nächsten Morgen zeigte ich, dass mir mein Futter nicht schmeckte.
Erstmals in meinem Leben fraß ich nur die halbe Portion der
Morgenmenge. Jeden Tag mäkelte ich an meinem Futter herum. Nach einigen
Tagen halfen mir Gitte und Herbert über diesen Punkt hinweg, indem sie
mich mit Essen als "Belohnung" lockten. Teilweise wurde ich nach
den Wanderungen mit der Hand gefüttert, damit ich nicht so stark
abnahm. (Anmerkung
von Gitte: Nach dem Urlaub stellte sich heraus, dass Leo eine
Bauchspeicheldrüsenunterfunktion hatte.
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An einem
schönen Tag haben wir eine Wanderung zu den
Kofelraster Seen im Ultental gemacht. 700 Höhenmeter mussten überwunden werden.
Ende Mai lagen im Seebereich noch einige
Schneefelder, die wir mühelos bis zum zweiten Kofelrastersee
überquerten.
Den Weg bis zum Rontscherjoch konnten wir
nicht gehen. Er war noch nicht gespurt und
im Schnee nicht zu
erkennen.
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Auf dem
Rückweg hatten sich die Wolken
verdichtet und es wurde bedenklich dunkel. Wir rasteten
deshalb nur kurz an den Seen und gingen zurück bis zu einer
Hütte.
Dort stellten wir uns unter und jausten in Ruhe, während es draußen
kräftig regnete.
Nach Beendigung unserer Pause kamen wir trocken bis zum Auto.
Glück muss man haben!
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Während die Wolken hochzogen, stiegen wir auf den Hahnenkamm
(2120 m). Vom Gipfel wanderten wir über den "Lustigen-Kameraden-Steig"
zum Obisellsee mit der Obisellalm. Dort machten wir Mittagspause und
gingen
über den
Hahnenkammrücken einen bequemen Weg zu den Öbersthöfen zurück. |
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Die drei Seen Wanderung zur Höchster Hütte war
ein tolles Erlebnis. Wir fuhren mit dem Auto bis zum Weißbrunner
See im hinteren Ultental. Von dort aus ging es zum Grünsee, an
dem die Höchster Hütte liegt. |
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Mit den Schneefeldern hatte ich kein Problem. Ich bekam zwar kalte
Pfoten, doch das machte mir nichts aus. Da der Weg schmal war, musste
ich auf Befehle hören und bei Fuß oder vor laufen.. Auf
späteren Touren fand ich es sehr lustig, mich im Schnee zu wälzen.
Stellenweise war das nicht erlaubt. Beim Wälzen rollen sich Hunde schnell den Hang hinab und können sich nicht mehr halten !
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Über die Ifingerhütte ging es auf die Lauwand
(2168 m).
Ich schnüffelte erstmals durch Alpenrosen, die blühten, obwohl es erst
Anfang Juni war.
Auf dem Gipfel erwarteten mich Schafe.
Obwohl mich der Geruch verrückt macht, weiß ich nach meinem
Nordseeurlaub, wie
ich damit umgehen muss.
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Auf den kleinen Ifinger
(2552 m) zu gehen, war
auch kein leichtes Unterfangen. Durch die pralle Sonne hüpfte ich
einen Steilhang hoch, um über ein
letztes Schotterstück den Hang aufwärts zum kleinen Ifinger zu steigen.
Mein Vorgänger, Rauhaardackel Raudi, ist im Alter von vierzehn Jahren auf diesem Gipfel
gewesen! Er muss so etwas wie der "Luis
Trenker unter den Dackeln" gewesen sein.
Wir wanderten bis Meran 2000 zurück und fuhren mit der Seilbahn
abwärts zu unserem Auto.
(Auf Meran 2000 hatte ich ein bisschen Angst vor den Seilbahnen. Immer
wenn sie über die Träger fuhren, rappelte es laut.)
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Es gibt Leute, die sind schneller oder langsamer als
wir! Diesen Satz
musste ich mir zu Anfang des Urlaubs merken. Sobald ich
jemanden vor mir auf dem Weg sah, meinte ich, ihn überholen zu müssen.
Gitte und
Herbert brachten mir jedoch bei, dass ich ein gleichmäßiges Tempo
einschlagen muss, wenn ich den Gipfel erreichen will. Durch Befehle,
wie "stopp und bleib" wurde ich in meinem jugendlichen Drang gebremst.
Über höhere Felsblöcke wurde ich getragen. Das ist der Vorteil eines
Dackels !
Über
Geröllfelder, in denen die Felsen sehr weit auseinander lagen, wurde
ich ebenfalls getragen.
Alle anderen Schwierigkeiten konnte ich
alleine bewältigen!
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