Dackel Leo

Dackel Leo von der Ostsee

 

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Ausbildung
Meine Erziehung und Ausbildung fing spielend an. Gitte legte mir ein Halsband um und leinte mich an. Ich wollte nicht von unserem Haus  weggehen. Es muss ein Drama gewesen sein, mich aus der Straße zu bekommen. Am Liebsten blieb ich im Schutz meiner Wohnstrasse. Erst wenn ich einige Meter entfernt war, wurde ich unternehmungslustig. Auf der Strasse lernte  ich viele Hunde und Menschen kennen. 

Es gab eine Hündin namens Gina, die mir gut gefiel. Mit ihr konnte ich unglaublich gut toben, obwohl sie viel größer war. Sie war ein Collie-Schäferhund-Mischling aus dem Tierheim, aber charakterlich okay. Leider ist sie weggezogen.

Außerdem hatte ich noch Cleo, eine Retrieverhündin ins Herz geschlossen. Als ich ganz klein war, machte sie immer Platz auf dem Boden und ich durfte alles, wirklich alles mit ihr anstellen. In die schönen Wuschelhaare am Hals beißen, über Kopf und Beine springen oder einfach auf ihr liegen. Ein Foto von Cleo seht ihr auf meiner Freundesseite.

Dackel Leo leckt sich genüßlich über sein Näschen.
 

Samstags ging ich jede Woche zur Spielstunde in eine Hundeschule. Das war lustig. Man brauchte keine Halsung tragen und durfte toben, was das Zeug hergab. Am Liebsten lief ich vor den größeren Hunden davon und diese mussten mir nachjagen.
Ich nutzte den Vorteil, dass ich so klein war und rannte unter einen Holzsteg durch. Die großen Hunde rannten über den Steg und suchten mich! Wir durften über Hindernisse laufen, durch Röhren kriechen oder uns in Zelten verstecken. Am Lustigsten war ein Wasserplanschbecken mit Plastikbällen, durch das wir laufen mussten - am Ende warteten die Hundeführer mit Leckerchen. Viele Hunde trauten sich nicht, durch die rappelnden Bälle zu laufen. Ich aß jedoch gerne Leckerchen und ein bisschen Krach machte mir nichts aus. Außerdem gab es auch einen Kartoffelsack, der mit Konservenbüchsen gefüllt war. Er machte einen Höllenlärm, wenn er von den Hundeführern angestoßen wurde. In der letzten Spielstunde durften wir in einer Schubkarre fahren. Das war toll ! Ostern 2002 fuhren wir nach Cochem an der Mosel, wo ich meinen ersten Restaurantbesuch zu absolvieren hatte. Im Übrigem war das meine erste längere Autofahrt.

Cochem


Der Restaurantbesuch war ganz schön aufregend. Ich musste die ganze Zeit unter dem Tisch sitzen und sollte keinen Laut von mir geben.


Zwei Tische weiter lag ein West-Highland-Terrier bei seinen Leuten. Ich verhandelte kurz mit ihm, ob wir was spielen sollten, aber das war pfui.... Gelangweilt, wie der unter dem Tisch lag, war mit dem sowieso nichts anzustellen. Nun ja, was soll ich sagen, auch diese Zeit ging vorbei und ich wurde nach Verlassen des Restaurant kräftig gelobt und bekam ein Leckerchen. Das fand ich toll !

Der Ernst des Lebens begann. Gitte hatte beschlossen, dass ich eine Grundausbildung erhalten sollte - ich war gerade fünf Monate alt! Sie hatte sich ein kluges Buch gekauft, nach dem ich jeden Tag eine Übung machen musste.

Anfangs übten wir nur einige Minuten, später konnte es schon mal ein halbes Stündchen sein. Sitz und Platz kannte ich schon, trotzdem sperrte ich mich bei dem Platz schon mal. Ausdauerübungen und Unterwerfungsübungen mit "down" folgten. Der Urlaub kam dazwischen - alles wurde etwas lockerer gehandhabt und - schon fingen wir wieder von vorne an,,,

Die Übungen mit dem Apportel gefielen mir anfangs nicht. Ich weigerte mich, so etwas zu tragen. Für diese und einige andere Übungen, die ich nur widerwillig oder nicht machen wollte, wurde ein Kettenhalsband angeschafft. Durch leichte Drehung des Halsbandes wurde es mir unangenehm am Hals und ich machte alles was gefordert wurde.

Später sollte ich das Apportel sogar aus Gittes Hand nehmen oder vom Boden aus holen und tragen. Nachdem ich mich endgültig überwunden hatte, ist dies eine meiner liebsten Übungen geworden.

Dackel Leo's Übung mit Apportel

Dackel Leo erwartet mit angelegten Ohren Gittes Befehl.

Die Ausbildungsübungen hatte ich nach fünf bis sechs Monaten hinter mir, aber jetzt hieß es zu zeigen, was ich gelernt hatte. Bei den Spaziergängen kam mir schon mal etwas dazwischen und ich hörte nicht richtig zu, aber im Großen und Ganzen bin ich ein lernfähiger Bursche. Nur wenn andere Hunde bellen, darf ich nicht mitmachen und das ist schade, denn ich belle gerne zurück. Meist bin ich dann unsicher und habe auch ein bisschen Angst. Gitte sagt, "lass es".       

Ich liebe es, in freier Natur zu laufen. Für mich war das nicht einfach. Gitte übte mit mir das freie Laufen an einer 15 Meter langen Feldleine. Anfangs wollte ich nicht voran gehen und Gittes Schutz verlassen, aber nach einiger Zeit machte es mir Spaß. Ich musste Befehle, wie "komm" , "zurück" und "bleib auf dem Weg" befolgen. Puh, und dann kam der Tag, an dem ich das erste Mal ohne Leine laufen durfte (nur auf dem gewohnten Feldweg). Auf einem Stück umgegrabener Erde saßen einige Wachteln. Ich sah die Bewegung des Federviehs und spurtete los. Plötzlich rannten sie alle davon und ein Pfiff riss mich aus meinen Träumen zurück. Ich sollte zurück kommen ! Nach zweimaligen Pfeifen rannte ich zurück und wurde mit einem "fein" gelobt.
Noch einmal stellte ich Gittes Geduld auf die Probe, als ich zu einer läufigen Hündin auf einem anderen Feldweg herüber rannte. Nachdem Gitte merkte,. dass ich nicht auf ihren Pfiff hörte, rannte sie in gemäßigten Tempo hinter mir her. Ich war zwischenzeitlich leider vom Frauchen meines Freundes Paul gestoppt und an eine Leine genommen worden. Später wurde mir vertiefend beigebracht, dass ich auch bei läufigen Hündinnen auf Befehle hören musste. Ein bisschen Erziehung musste sein .....